zurück


„Unser tägliches Ziel: nur makellose Ware“

Interview mit Dr. Bert Urlings, Director Quality Assurance Vion

Als Fleischproduzent wird Vion Food daran gemessen, den Kunden tadellose Ware zuverlässig liefern zu können. Wie plant Ihr Unternehmen die Qualitätssicherung?

Wir haben auf der Basis eines integrierten Qualitätssicherungssystems und unseres zentral gesteuerten HACCP-Konzepts eigene Schwerpunkte und Standards definiert, die häufig über dem international Üblichen liegen. Auch Mitbewerber schauen sehr aufmerksam auf das, was wir machen.

Welchen Stellenwert hat das QS-Management innerhalb Ihres Unternehmens?

Einen sehr großen. Unser System mit seinen vielen internen Kontrollen und die vielen externen Audits in unseren niederländischen und deutschen Betrieben ermöglichen es dem Konzern, die Anforderungen der anspruchsvollsten Kunden, aber auch die sehr hohen Exportstandards in komplizierten Märkten wie den USA, Japan oder China zu erfüllen. Das ist das Ergebnis harter Arbeit. Wir sind auf einem sehr guten Weg.

Wie belegen Sie das gegenüber Ihren Kunden?

Jährlich lassen wir von unseren Produkten mehr als 150.000 Laboruntersuchungen durchführen. Die amerikanischen Inspektoren gelten als die anspruchsvollsten der Welt. Sie sind immer für mehrere Tage in unseren Betrieben. Niederländische Vion-Betriebe sind für die Einfuhr von Schweinefleisch in die USA gelistet. Chinesische Inspektoren konnten wir gleichfalls an vielen unserer Standorte überzeugen. Schließlich arbeiten wir prima mit den Japanern zusammen, die wahre Großmeister beim Aufspüren von Fremdkörpern im Fleisch sind. Auch dort sind die Verbraucher, die nur makellose Ware akzeptieren, mit der von Vion gelieferten Qualität sehr zufrieden.

Systeme funktionieren nirgendwo perfekt, auch bei Vion nicht. Wie geht man in Ihrem Unternehmen mit Fehlern um?

Wo Menschen arbeiten passieren Fehler. In einem Fleischbetrieb arbeiten besonders viele Menschen. Zunächst einmal nehmen wir jede Beanstandung ernst. Die Ursachen bei auftretenden Mängeln werden sorgfältig analysiert, damit sie möglichst nicht wieder vorkommen. Qualität zeigt sich auch im Umgang mit Krisen. Wir klären schonungslos auf und sind bereit, auch Strukturen zu verändern, wenn dies nötig ist. Wir wollen immer dazuzulernen und noch besser werden.

Für den Konsumenten wird die Beachtung des Tierschutzes zunehmend wichtig. Was bieten Sie in diesem Bereich?

Unsere Schlachtbetriebe wurden in den letzten Jahren bezüglich Tierschutz auf den neuesten Stand gebracht. Auch haben wir viel Zeit und Geld in das Training der Leute investiert, die mit lebenden Tieren umgehen und unser Kontrollsystem geschärft. So haben wir gute Erfahrungen mit der Videoüberwachung der Rinderbetäubung gesammelt. Damit kann man nun auch noch Wochen später überprüfen, ob es Fehler gab.

Auch bei der Aufzucht muss sich Vion in Bezug auf Tierschutz wirklich hinter niemandem verstecken. Wir gehören zu den Mitbegründern des Beter-Leven-Programms in Holland, beteiligen uns in Deutschland an der Initiative Tierwohl, haben mit dem Tierschutzbund ein Label im Markt eingeführt und setzen Regionalprogramme um.

In den Medien wird die Fleischindustrie oft sehr hart kritisiert. Wie begegnen Sie diesen Angriffen?

Die Attacken sind oft ungerechtfertigt Meist werden kleine Fehler medial aufgebauscht. Ich wiederhole noch einmal: Ja auch bei Vion passieren Fehler Wir gehen in die Offensive und führen einen offenen Dialog. Wir wollen Vertrauen. In den Niederlanden stellen wir bereits seit zwei Jahren alle uns betreffenden Auditberichte und Kontrollen ins Netz. Diesen Weg gehen wir jetzt auch in Deutschland. Dann kann jeder sehen was wir machen und wie wir arbeiten.