zurück


Information | Sachverhalt zur ARD Sendung Report Mainz mit dem Beitrag „Massive Tierschutzverstöße in der Milchproduktion“

Am Dienstagabend strahlte die ARD in der Sendung Report Mainz den Beitrag „Massive Tierschutzverstöße in der Milchproduktion“ aus. Darin wurde im Zusammenhang mit der Notschlachtung eines Rindes auf dem im Fokus des Beitrages stehenden landwirtschaftlichen Milchviehbetrieb unser Standort in Buchloe erwähnt. Aufgrund von unklaren und lückenhaften Details in dem Bericht möchten wir Sie hiermit umfassend über den Sachverhalt informieren:

Am 11. Juni 2019 wurde von dem betreffenden Betrieb ein notgeschlachtetes Tier bei Vion in Buchloe angeliefert.

Eine Notschlachtung ist eine rechtliche Ausnahme, die nur dann auf dem landwirtschaftlichen Betrieb durchgeführt werden darf, wenn ein ansonsten gesundes Tier, aufgrund einer bei einem Unfall erlittenen Verletzung (z.B. Knochenbruch; Riss von Muskulatur, Sehne) aus Gründen des Tierschutzes nicht lebend zu einem Schlachtbetrieb transportiert werden darf. In diesem Fall muss ein Tierarzt das lebende Tier auf dem landwirtschaftlichen Betrieb begutachten und eine Bescheinigung ausstellen in der er bestätigt, dass das Tier bis auf die Verletzung als gesund zu beurteilen ist, welche dem notgeschlachteten Tier beim Transport zum Schlachtbetrieb beizufügen ist.

Alle im Falle einer Notschlachtung rechtlich erforderlichen Dokumente des Landwirtes und des Tierarztes wurden zusammen mit dem notgeschlachteten Rind an die amtlichen Veterinäre in unseren Betrieb in Buchloe übergeben. Die zuständige Behörde hat diese Dokumente überprüft. Darüber hinaus führte die zuständige Behörde des Landkreises Ostallgäu ordnungsgemäß eine amtliche Fleischuntersuchung des Tieres durch. Teile des Tieres wurden verworfen, das von der Behörde für den menschlichen Verzehr freigegebene Fleisch ist der Lebensmittelkette zugeführt worden. Somit gelangte kein Fleisch illegal in die Lebensmittelkette.

Die von der ARD gezeigten Filmaufnahmen, die von dem Verein SOKO Tierschutz mit versteckten Kameras gemacht wurden, lassen jedoch Zweifel zu, ob alle rechtlichen Voraussetzungen für die Durchführung dieser Notschlachtung auf dem landwirtschaftlichen Betrieb erfüllt waren. Das Rind wurde laut der Begleitdokumente als frisch verunfalltes Tier bei Vion angeliefert. Andere Informationen lagen nicht vor.

Aufgrund der offensichtlich schwerwiegenden Verstöße des landwirtschaftlichen Betriebes hat Vion bis zur vollständigen Klärung am 9. Juli 2019 die Lieferbeziehung zu dem betroffenen Landwirt eingestellt.

Die zuständigen Behörden und die Staatsanwaltschaft haben die Ermittlungen in dieser Sache aufgenommen.